Bach-Motetten
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Programm
Einzigartig. Meisterhaft. Genial. Unzählige Superlative haben Bachs Œuvre schon beschrieben, der Mensch dahinter geht nur allzu oft vergessen. Doch auch Johann Sebastian – ein Autodidakt, der von sich sagte, er «habe fleissig seyn müssen» – verehrte seine Idole und hatte sie in der eigenen Familie: Mit seinem Vater sammelte er Vokalwerke seiner Vorfahren, die er besonders schätzte.

Das Vocalino Wettingen zeichnet mit Werken aus dem «Altbachischen Archiv» das musikalische Umfeld nach, in dem Johann Sebastian aufwuchs. Cantus-firmus-Motetten stehen eingangs im Zentrum: «Unser Leben ist ein Schatten» seines Grossonkels Johann (1604–1673) und «Halt, was du hast» seines Onkels Johann Michael (1648–1694) sind mit den bekannten Chorälen «Ach wie nichtig, ach wie flüchtig» und «Jesu, meine Freude» verwoben. Die Vanitas als barockes Hauptmotiv ist auch präsent in den Motetten «Der Mensch, vom Weibe geboren» und «Der Gerechte, ob er gleich» von Johann Christoph (1642–1703), Bruder von Johann Michael.

Fröhliche und bewegte Klänge bilden nach barockem Ideal die Antithese in den Weihnachtsmotetten «Fürchtet Euch nicht» und «Ehre sei Gott» sowie in der Neujahrsmusik «Sei, lieber Tag, willkommen». Zwei instrumentale Intermezzi für Theorbe und Orgel dienen als andächtige Zwischenakte. Zuletzt greift die Sterbe-Arie «Es ist nun aus mit meinem Leben» die kollektive Vergänglichkeit aus der ersten Motette auf – diesmal auf den entschlafenen Einzelnen gerichtet – und bezeugt das bedeutende Erbe der Musikerfamilie Bach, das Johann Sebastian dereinst fortführen sollte.

Mitwirkende
Vocalino Wettingen
Orí Harmelin, Theorbe
Leonardo Bortolotto, Violone
Lysiane Salzmann, Orgel
David Rossel, Leitung

Konzerte
Samstag, 26. Januar 2019 19.30 Uhr Aula Kloster Wettingen
Sonntag, 27. Januar 2019 17.00 Uhr Katholische Kirche Brugg

Freier Eintritt (Kollekte)